Berechnung der Gaskonzentration

Nach den Abdichtarbeiten, der Überprüfung der Gasdichtigkeit und Anlieferung des ProFume®-Gases aus unserem zentralen Gaslager erfolgt die Festlegung der Dosierung von ProFume®. Die Dosierungen des Begasungsmittels werden im wesentlich durch zwei Faktoren bestimmt:

  • Tolerantester zu bekämpfender Schädling des Befalls
  • Niedrigste gemessene Temperatur im Befallsbereich

Unter „Dosierung“ wird dabei das Ziel-ct-Produkt verstanden. Es ist das Produkt aus der mittleren Gaskonzentration (gemittelt über die Einwirkzeit, in Gramm Begasungsmittel ProFume® pro Kubikmeter) und der Einwirkzeit (in Stunden). Angegeben wird es deshalb in der Einheit g x h/m3 bzw. g h /m3.

ProFume Lager

Abladen der ProFume Flaschen

Fotos: ProFume®-Lager und Logistik

Es stellt für jeden Schädling bzw. Schädlingsstadium bei einer bestimmten Temperatur eine Konstante dar, die es bei der individuellen Begasung durch die Konzentration und Einwirkzeit bei vorgegebener Temperatur zu erreichen gilt. So sind bei einer bestimmten Temperatur Ei-Stadien verschiedener Holzschädlinge unterschiedlich tolerant/unempfindlich bzw. intolerant/empfindlich gegenüber dem Begasungsmittel. D.h. Ei-Stadien des Rotbraunen Reismehlkäfers benötigen andere Dosierungen als die des Mehlkäfers.

Mais-Schädling

Rüsselkäfer

Fotos: Vorratsschädlinge

Erschwerend kommt hinzu, dass selbst innerhalb eines Stadiums, z.B. des Ei-Stadiums, die Eier je nach Alter unterschiedlich tolerant gegenüber dem Begasungsmittel sind. Außerdem gilt, dass die ct-Produkte mit steigender Temperatur abnehmen, d.h. sie werden kleiner und man kann zur Abtötung der Insektenstadien entweder niedrigere Konzentrationen oder kürzere Einwirkzeiten anwenden. Umfangreiche und kostenintensive Laborarbeiten sind deshalb im Vorfeld von behördlichen Begasungsmittelzulassungen erforderlich, um die ct-Produkt-Matrix zu ermitteln.


Abb.: Akkumulierung des ct-Produktes von ProFume® auf verschiedenen Wegen

Die gesteigerte Atmungsaktivität der Insektenstadien bei höherer Temperatur führt zudem zu einer erhöhten Begasungsmittelmengen-Aufnahme pro Zeiteinheit, wodurch die Konzentration des Begasungsmittels gesenkt oder die Einwirkzeit verkürzt werden kann. Auch kann bei einer bestimmten Temperatur entweder die Konzentration um z.B. die Hälfte reduziert werden bei gleichzeitiger Verdoppelung der Einwirkzeit oder alternativ die Konzentration verdoppelt werden bei gleichzeitiger Halbierung der Einwirkzeit. Dieser Zusammenhang wird durch die Haber’sche Regel beschrieben.

Bei einem bestimmten Insektenstadium und bei einer bestimmten Temperatur sterben die Insekten in einer gasdichten Begasungskammer bei beispielsweise 40 g Sulfuryldifluorid (ProFume®, abgekürzt: SF = Sulfuryldifluorid)/m3 und 40 Stunden Gaseinwirkzeit gerade noch ab. Die gleiche Mortalitätsrate (100% Abtötung) wird auch bei 80 g/m3 und 20 Stunden Einwirkzeit erreicht. In beiden Fällen liegt das erreichte ct-Produkt bei 40 g/m3 x 40 h = 80 g/m3 x 20 h = 1600 g h/m3. Es wird jeweils durch die Fläche unter der Kurve (Rechtecksfläche) symbolisiert (siehe Abb.). Wird dagegen die Begasung nicht in einer gasdichten Begasungskammer (gleichbleibend hohe Gaskonzentrationen) durchgeführt, sondern in einem Gebäude (z.B. Mühle), so sinkt die Begasungsmittelkonzentration im Laufe der Zeit, was die Berechnung des erreichten ct-Produktes erschwert.

Das ct-Produkt wird aber ebenfalls wieder durch die Fläche unter der Konzentration-Zeit-Kurve dargestellt und mit der in der Abb. angegebenen Formel durch Rechenprogramme (Fumiguide-Software) errechnet.